Dabei fing alles so harmlos an, als ein Kollege fragte wo man ein Thermometer bekommt, das man per Netzwerk abfragen kann. Wir haben zwar recht schnell welche gefunden, allerdings treiben einem die Preise die Tränen in die Augen. Es mußte also eine andere Lösung her. Mein Vorschlag mit einer Webcam ein selbstleuchtendes Thermometer zu beobachten und das ganze durch eine OCR Software zu jagen fand zwar einige Lacher, wurde aber als zu abwegig verworfen. Die nächste Idee war ein Arduino Board. Danach uferte die Sache ein wenig aus …
Nach zwei Tagen, die wir mit Warten, Doku lesen und immer wilderen Plänen verbrachten, durften wir dann endlich unser Paket von www.watterott.com auspacken.
Eins muss man der Gemeinde um das kleine Board lassen, es gibt im Netz jede Menge Beispiele, Ideen, Hilfe und Anregungen. Außerdem gibt es nicht nur das Board, sondern sogar eine komplette Entwicklungsumgebung für Linux, Mac und Windows. Damit ist die Einstiegshürde in die Microcontroller-Technik ziemlich niedrig.
So gewappnet habe ich mich zunächst ein diversen, wild verdrahteten Einzeltests versucht. Dank einer guten Dokumentation auf der Arduino-Seite und den vielen Beispielen im Netz, war es ziemlich einfach die ersten LEDs blinken zu lassen, oder zu dimmen. Auch dem kleinen Summer waren recht schnell die ersten Töne zu entlocken. Durch diese Erfolge beflügelt, wagte ich mich dann mutig an das erste Bauteil mit drei statt nur zwei Beinchen, einen Temperatursensor namens TMP36 der Temperaturen zwischen 10°C und 125°C messen kann. Auch diese Herausforderung war schnell gemeistert, kann man das gute Stück direkt mit dem Arduino verdrahten. Gemessen wird dann nicht direkt die Temperatur, sondern eine von dieser abhängige Spannung die der kleine Pöppel an einen analogen Eingang des Controllers liefert. Der macht dann mittels AD-Wandler einen 10bit-Wert (also 0 – 1023) daraus, was man dann wiederum in die Temperatur zurück rechnen kann.
Der Haken ist also nicht die Hardware, sondern die Software. Letztere schreibt man sehr einfach in C/C++ in der oben erwähnten Entwicklungsumgebung.
Zeit also einmal alle Teile zu einem kleinen Projekt zusammen zu puzzeln. Und damit es auch schön artgerecht wird, basteln wir uns als Linux Administrator bei einem Enterprise Hoster natürlich einen Webserver
….
einige Zeit später
….
das “ich-kann-temperaturen-und-licht-messen-und-leuchte-wenn-ich-daten-verschicke-webserver-dingsi”
Als echter Webserver erzeuge ich natürlich auch eine Webseite und weil das mit dem vorhandenen Libraries und Beispielen so einfach ist, besorgen wir uns noch per NTP die richtige Zeit.
Im Browser sieht das Ganze dann wiefolgt aus:
Die Uhrzeit ist übrigens korrekt, das Bild wurde tatsächlich um 03:14 Uhr aufgenommen. Manchmal müssen auch Admins früh aufstehen ![]()
Das nächste Paket ist heute Nachmittag angekommen, mal sehen was ich mit den neuen Teilen so alles anstellen kann.
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