XYZ – ein Kunstprojekt

Quelle: gustavhellberg.com
Quelle: gustavhellberg.com

Ein weiteres Kunstprojekt des Künstlers Gustav Hellberg bei dem ich mitwirken durfte. Eigentlich ist es sogar das Projekt mit dem unsere Zusammenarbeit angefangen hat, allerdings haben verschiedene erschwerende Umstände dafür gesorgt, dass sich das Projekt über ein Jahr hingezogen hat. Nun hängen 432 Würfel die von LEDs beleuchtet werden in einem Institut in Upsala – Schweden.

Der Grundgedanke des Kunstobjektes ist die Visualisierung von Messwerten und wie wir Menschen mit dieser Visualisierung umgehen. Der Drang unsere Umwelt zu messen, deren Zustand wir ständig selbst beeinflussen wird thematisiert. Das Objekt besteht aus drei Flächen mit je 144 Würfeln ( 16 Würfel auf 9 Stangen). Diese sind in den drei Achsen – X – Y – Z in ca. 3 bis 4 Metern Höhe im offenen Innenbereich des Institutes aufgehängt. Gemessen werden die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und der Kohlendioxidgehalt der Luft. Visualisiert werden die Messwerte in einer Art Bargraph als zeitlicher Verlauf der gemessenen Werte. Zusätzlich zeigen weiß beleuchtete Würfel in der jeweils oberen Hälfte der Flächen den aktuellen Energieverbrauch an.
Meine Aufgabe war die Programmierung der auf der Arduino-Plattform basierenden Elektronik, das Auslesen der Messwerte aus den Sensoren und die Ansteuerung der LED-Würfel. Eine Herausforderung dabei war es, ein sich quasi selbst kalibrierendes System zu schaffen. Z.B. ändert sich die durchschnittliche Temperatur im Raum sowohl über den Tag als auch über das Jahr hinweg. Es geht also nicht, von einem Mittelwert auszugehen und einfach nur statisch die gemessenen Werte anzuzeigen. Das entsprach auch nicht dem Anspruch des Künstlers, dem an einem mehr „organischen“ Verhalten des Systems gelegen war.
Die Software nimmt daher eine bestimmte Menge der letzten gemessenen Werte und bildet daraus mit jeder neuen Messung die aktuellen Maxima, Minima und den Mittelwert. Der letzte gemessene Wert wird dann anhand dieser Werte betrachtet und normiert auf die Anzahl der zu beleuchtenden Würfel umgerechnet. Damit „reagiert“ das System mehr auf die Veränderung als auf den absoluten Wert.
Die Anpassung der beleuchteten Würfel passiert durch sanftes und langsames Dimmen der Helligkeit. Da es sich um eine permanente Installation handelt, soll das Ganze nicht in ein hektisches Geblinke ausarten, sondern den Betrachter durch langsame aber stetige Veränderung zur Interaktion einladen.

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